Zugegebenermaßen, der Beitragstitel ist etwas reißerisch. Wie man an jedem einzelnen Blogbeitrag hier bemerkt, kann ich die eigene Sprache, nämlich Deutsch, immer noch relativ gut. Was meine ich also?
Nun, ich schreibe nebenher Bücher. Das tue ich, wie so ziemlich 98% der Dinge, die ich täglich tue, auf Englisch. Ich arbeite seit 18 Jahren (gut, es fehlen noch 2.5 Monate bis zur vollen 18, mea maxima culpa) in einer global agierenden Firma mit Firmensprache Englisch. Mein Arbeitsalltag findet zu locker 98% auf Englisch statt. Ich schaue Serien und Filme meist lieber im Original statt in der deutschen Synchro, also auch hier wieder Englisch.
Ich schrieb früher häufiger Fiktion auf Deutsch. Früher, bevor es jedem Normalsterblichen dank KDP und co. möglich war, seine Werke zumindest in der Theorie weit zu verbreiten. Vor ca. 2 Jahren oder so habe ich dann wieder mit dem Schreiben begonnen. Und da mein Tag wie gesagt zum Großteil auf Englisch stattfindet, habe ich auch auf Englisch geschrieben. Meine eBook-Serie Synthdrive besteht mittlerweile aus 4 veröffentlichten Teilen und Teil 5 ist ab dem 27.05.2026 auf Kindle/Kindle Unlimited verfügbar. Die Serie ist auf Englisch geschrieben.
Hin und wieder fragen mich manche auf X und anderen Social Media Plattformen in den Kommentaren meiner gelegentlichen Promoposts zu der Serie, ob ich die nicht auch auf Deutsch herausbringen könnte. Man sollte meinen, das sollte mir als jemandem mit der Muttersprache Deutsch ja nicht allzu schwer fallen.
Ich habe daraufhin begonnen, die Serie zu übersetzen. Zunächst allein. Das war recht schnell mehr Katastrophe als zufriedenstellendes Ergebnis. Tatsächlich kam dabei nichts heraus, was ich auch nur näherungsweise vorzeigen wollte. Also habe ich Claude und ChatGPT bemüht. Kapitel für Kapitel übersetzten die LLMs mein Buch und ich machte dann den Feinschliff. Aber auch das hinterließ mich eher unzufrieden und ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich fortsetze.
Nichts klingt richtig. Nichts fühlt sich richtig an. Es passt einfach nicht. Ob das jetzt daran liegt, dass mein Buch einfach auf Deutsch nicht funktioniert oder ob es einfach schlechte Übersetzungsqualität ist (ist es nicht, die ist schon in Ordnung) oder vielleicht vielmehr daran, dass ich Fiktion seit so vielen Jahren weder auf Deutsch schreibe, noch konsumiere, wer weiß. Dass ich bei inzwischen 5 Serien-Teilen mit insgesamt um die 600 Seiten mittlerweile auch einfach schon relativ weit in der Serie fortgeschritten bin und daher die Aussicht, das alles im Grunde nochmal zu schreiben, nur eben auf Deutsch, eher nach verdammt viel Aufwand klingt, mag auch eine Rolle spielen.
Mit dem neuen Buch, das ich begonnen habe, mache ich das daher dieses Mal etwas anders. Der Roman – dieses Mal ein Gesamtwerk statt einer Serie – wird quasi zeitgleich in zwei Sprachen geschrieben: ich schreibe ihn auf Deutsch und alle paar Kapitel lasse ich das Weiterschreiben liegen und übersetze mit Hilfe der LLMs auf Deutsch. Das fühlt sich immer noch zum Teil falsch und komisch an, aber funktioniert vorerst mal besser und weniger nervig, als gleich eine komplette Serie zu übersetzen.
Damit der geneigte Leser einen Einblick darin bekommt, was ich meine, wenn ich sage „Das klingt einfach nicht richtig.“, hier mal der direkte Vergleich anhand von Seite 1 des ersten Kapitels.
Englisches Original

Deutsche Übersetzung

Wer weiß, vielleicht fühlt sich auch einfach nach all den Jahren Kreation und Konsum nur auf Englisch Deutsch auch einfach grundsätzlich falsch an für mich. Vielleicht kommt das wieder. Vielleicht muss das auch einfach so sein, dass es sich komisch anfühlt, etwas, dass man in Sprache 1 selbst geschrieben hat, nun irgendwie in Sprache 2 auch so auszudrücken, dass es noch Sinn ergibt und das Selbe aussagt.
Wie dem auch sei, komisches Gefühl hin oder her, das neue Buch wird also – wenn es dann mal fertig ist – auf Englisch und auf Deutsch veröffentlicht werden und dann auch auf Kindle/Kindle Unlimited zu finden sein.


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