Die „Satiresendung“ „Die Anstalt“ wollte gern dem Duo Danger Dan und Igor Levit eine Bühne bieten. Geplant war die Aufführung des Rap Tracks „Keine Angst“ des Duos. Dem ZDF habe, so das Künstlerduo und die Belegschaft der Sendung „Die Anstalt“ der Text wochenlang vorgelegen. Initial sei es auch genehmigt gewesen. Nun hat das ZDF die Teilnahme dennoch abgesagt.
Von den Künstlern und der Belegschaft der Sendung „Die Anstalt“ wird dies als Zensur angeprangert, es sei klar politisch motiviert und es spräche eine deutliche Sprache, dass „antifaschistisches Liedgut“ zensiert würde.
Grund genug, uns dieses „antifaschistische Liedgut“ mal anzuschauen.
Liedtext „Keine Angst“ von Danger Dan (entnommen von genius.com)
[Songtext zu „Keine Angst“]
[Strophe 1]
Es gibt jetzt zwei Option’n, beide machen Stress
Eine ab morgen schon, die andere ab jetzt
Wir könn’n darauf warten, dass sie in den Parlamenten
Und auf der Straße erstarken, bevor wir sie bekämpfen
Und wir warten, warten, warten, das ist erstmal bequemer
Es geht uns trotzdem an den Kragen, nur halt etwas später
Die andre Möglichkeit bedeutete schon heute
Stress mit der Polizei und den ganz besonders Deutschen
Dafür ’ne kleine Chance, das Blatt nochmal zu wenden
Oder vielleicht das Schlimmste noch verhindern zu können
Du weißt nicht, was du tun kannst, du weißt nicht, wie das geht
Hör mir zu, ich hab‘ vielleicht eine passende Idee[Refrain]
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst[Strophe 2]
Ruf erst mal ein, zwei Leute an, den’n du vertraust
Auf die man sich verlassen kann und macht ein Treffen aus
Ihr gründet eine Gruppe, die keinen Namen hat
Kein Gründungsdatum und auch kein Verein oder so’n Quatsch
Redet mit Bars und Kneipen, fragt, ob die für ’nen Abend
Räumlichkeiten für ’ne Party gegen Nazis haben
Ladet eure Freunde ein, ein kleines Festival
DIY, Eintritt frei, sammelt auf Spendenbasis Geld
Mit dem Geld, das ihr verdient, kauft ihr Dosen, um zu sprüh’n
Kauft ihr Aufkleber und Marker, sorgt dafür, dass jeder sieht
Ihr habt kein’n Bock auf Faschos und das hier ist eure Stadt
Lasst euch nicht erwischen, schaut nach Überwachungskameras
Nie ohne Handschuh, nie ’n Fingerabdruck hinterlassen
Und erst recht nie film’n und niemals ein Foto davon machen
Von Aktion’n nur den’n, die selbst dabei waren, erzähl’n
Es geht um linke Straßenpolitik und nicht um Fame
Ihr braucht Regeln für die Kommunikation
Nicht nur Nazis und Konsorten, die in eurer Gegend wohn’n
Auch die Sicherheitsbehörden werden sich schnell intressier’n
Ihr dürft von Anfang an alles nur geheim kommunizier’n
Das bedeutet, keine DMs, keine Messenger und Mails
Alles, was verboten sein könnte, immer Face-to-Face
Lasst das Handy zuhaus wegen Bewegungsprofil’n
Und wenn sie euch erwischen, redet nicht mit ihn’n[Refrain]
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst[Strophe 3]
Man wird sich wundern, wenn man weiß, dass in den Kern
Dieser Gruppen meistens nur ein paar wenige gehör’n
Eine Handvoll Leute reichen meistens aus
Eigene lokale Antifa-Strukturen aufzubau’n
Als nächstes müsst ihr die rechten Struktur’n recherchier’n
Heimlich ihre Treffen und Demonstration’n fotografier’n
Findet raus, wer sie sind, was sie tun, wo sie leben
Wo sie arbeiten und findet raus, mit wem sie sich umgeben
Baut Fake-Accounts bei TikTok und bei Telegram
Dokumentiert alles, was sie schreiben, alles, was sie sagen
Holt den Papiermüll ab, lauft ihn’n nach
Zu ihren Häusern, ihren Wohnung’n, den Treffpunkten und Bars
Meldet euch bei jeder Singlebörse an
Irgendwie und irgendwann kommt man an jeden Nazi ran
Werdet dreist, delinquent, akribisch und kreativ
Stück für Stück füttert ihr so euer Antifa-Archiv
Faschos leben abgeschottet, sie leben im Wahn
Mit Argumenten kommt man meistens nicht mehr an sie ran
Die Erfahrung zeigt, dass aber trotzdem doch etwas passiert
Wenn man ihr gesamtes Umfeld kontaktiert
Früher nannte man so etwas „Outingaktion“
Es hing’n Flyer und Plakate in den Vierteln, wo sie wohn’n
Mit Fotos und Funktion’n, mit Nam’n und mit Adressen
Niemand wird ein Nazischwein als sein’n Nachbarn möchten
Das flankierte man mit ein paar Telefonaten
Um ihre Schul’n, Unis, Arbeitgeber zu beraten
Man wünschte ein’n guten Tag und fragte dann: „Wie
Passt so etwas in eure Firm’nphilosophie?“
Helft euren Lokalzeitung’n mit Information’n
Wenn sie nicht schon von selbst dahinterkomm’n
Dass es Probleme gibt mit Nazis in der Stadt
Vielleicht wird dann sogar die Staatsanwaltschaft wach
Mit etwas Glück kriegen sie Post oder geh’n in den Knast
Doch ihr wärt blöd, wenn ihr euch auf den deutschen Staat verlasst
Die Erfahrung zeigt genau das Gegenteil
Es gibt so viele Faschos bei der Polizei[Refrain]
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst
Keine Angst, keine Angst, keine Angst, keine Angst[Strophe 4]
Man möchte mein’n, dass die Sicherheitsbehörden
Rechte Struktur’n nicht bekämpfen, sondern fördern
So mancher Polizist steht für die AfD zur Wahl
Uniter hat die Munition vom KSK
Das bedeutet, parallel zum Recherchier’n
Müsst ihr eure Sicherheit selbst organisier’n
Nazis machen ihre Politik immer mit Angst
Mit Hass, mit Terror und roher Militanz
Man kann ihn’n vieles vorwerfen, aber jedoch nicht
Dass man das, was sie mit uns vorhaben, nicht wüsst
Und die Geschichte hat uns schonmal gezeigt
Es wird noch schlimmer, wenn man gar nichts tut und schweigt
Keine Angst, nehmt es selber in die Hand
Die seh’n gefährlich aus, aber wir legen sie lang
Koordiniert euch, fangt an zu trainier’n
Wenn ihr zusamm’n kämpft, dann kann es funktionier’n
Schon am ersten Tag, wenn ihr die Party macht
Besteht die Möglichkeit, dass es vor der Türe kracht
Also plant immer mit der Konfrontation
Habt Überraschung’n dabei, wenn sie komm’n
Juristisch ist mal wieder die Grauzone geschrammt
Ich lass‘ ihn jetzt einfach mal im Raum, den Elefant
Ist eh klar, was zu tun ist, ich sag‘ nix mehr dazu
Liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk
Von Stress mit der Polizei „und den ganz besonders Deutschen“ ist die Rede. Welche Art von Stress da wohl gemeint ist, dieser Kreis schließt sich dann ganz am Ende mit lieben Grüßen an Lina, Gucci, Maja und Nanuk. Zumindest Maja dürfte relativ bekannt sein und jedem etwas sagen: Das ist der linksextreme Hammerangreifer von Ungarn.
In Verbindung mit „Ist eh klar, was zu tun ist, ich sag‘ nix mehr dazu„, ergibt sich ein recht klares Bild davon, was hier propagiert, gefordert und wozu hier aufgerufen wird.
Der komplette Track ist ein How-To für die Gründung einer „Antifa-Terrorzelle„. Der Hörer wird darüber informiert, wie man eine dezentrale,autarke Terrorzelle gründet. Wie man kommuniziert, wie man Erkennungssignale erarbeitet, wie man unerkannt agiert und wie man vorgehen muss: Von Flyern über „Partys gegen Rechts“ bis hin zum Aufruf, man möge trainieren und sich koordiniert, um dann „die besonders Deutschen“ „lang zu legen„.
Vom heimlichen Spionieren und Recherchieren ist die Rede, aber auch davon, öffentlich „besonders Deutsche“ zu brandmarken und bei Arbeitgebern zu denunzieren. Macht man dasselbe mit Linken und Linksextremen, ist das aber undemokratisch und Nazi. Dabei handelt es sich, wie immer, um 1:1 dieselbe Methodik.
Um es klar zu sagen: Wäre dies ein Track eines „rechten Rappers„, er wäre längst indiziert und man würde es links nicht Zensur nennen, sondern „Schutz unserer Demokratie„.
Ehrlich gesagt wundert es mich, dass der dann doch in der Regel eher woke-links – und zwar stramm – geneigte ÖRR hier sagt: „Nein, das ist uns zu heikel, das senden wir nicht.“.
Und jetzt kommt der Plot-Twist: Ich bin mir gar nicht mal so sicher, ob man „unserer Demokratie“ damit einen Gefallen tut, wenn man so einen Auftritt absagt. Denn was hat man damit jetzt effektiv erreicht? Die ohnehin bereits linksextreme Klientel der Sendung „Die Anstalt“ wird damit umso mehr in ihrem Tun und Denken bestärkt. Das Künstlerduo und sein Text passen wie Arsch auf Eimer zu „Die Anstalt„; man könnte gar sagen, der Text sei geradezu wie für diese Sendung und ihr Klientel gemacht. Die kennen den vermutlich eh schon, haben ihn auf Spotify und co. auf Dauerschleife. Und fühlen sich jetzt darin bestärkt, dass dem Staat nicht zu trauen ist, immerhin hat er ja den demokratiefördernden und guten Track quasi letztlich verboten, zumindest mal darf er aber nicht in der ZDF Sendung aufgeführt werden. In jedem Fall quasi ein Skandal. Dagegen muss man aufbegehren. Am Besten, indem man tut, was der Track Einem erklärt.
Und vielleicht ist genau das das Kalkül desjenigen, der über die Absage des Auftritts entschieden hat…


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