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Gedankenmus, zum Konsum geeignet. Lektüre auf eigenes Risiko. Sie entscheiden selbst.


I don’t think so, mate

Ich wollte eigentlich zu Henry Nowak nichts sagen.

Zum Einen tun das schon Genügende, zum Anderen kann ich im Grunde nichts dazu sagen, was ich nicht schon Dutzende Male gesagt hätte. Letzlich lief im Fall Henry Nowak auch so dermaßen viel falsch, dass ich auch gar nicht so recht weiß, wo ich anfangen soll.

Vielleicht fangen wir mal da an, wo ich mich auskenne: Erste Hilfe/Medizin.

Es ist mir unbegreiflich, wie Polizisten, die im UK sicherlich auch zumindest mal nen Grundkurs in Erster Hilfe bekommen haben, so völlig versagen konnten. Dass der Mann das Bewusstsein verliert und es ihm ganz offensichtlich nicht gut ging, konnte man nur übersehen, wenn man wirklich wollte oder es Einem wirklich so völlig scheißegal war. Eine andere Erklärung gibt es nicht.

Im von GB News veröffentlichten Clip kann jeder, der auch nur den Hauch einer Ahnung von Erster Hilfe hat, das auf den ersten Blick erkennen. Es ist VÖLLIG unbegreiflich, wie das an den Britischen Cops vorbeigehen hätte können. Wer genau hinhört, hört auch, dass zumindest eine der Beamtinnen das durchaus mitbekommen hat.

Absolut unverzeihbar: im kompletten Clip ist nicht zu sehen, dass mal einer der Beamten vernünftig nachgeschaut hätte, ob der Mann eine Stichverletzung hat. Das ist das Erste, was man tut, wenn Einem eröffnet wird, dass der vor Einem liegende eine Stichverletzung erlitten hat. Vernünftig nach der/den Stichwunde/n suchen. Das fand hier nicht statt. Nur halbherzig und selbst das ist schon großzügig formuliert für das, was ich in dem Clip gesehen habe.

I don’t think so, mate.

Die Erwiderung „I don’t think so, mate.“ muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Mann sagt einem Polizisten, also einem Menschen, auf dessen Hilfe und Unterstützung man sich verlassen können sollte und dessen Schutz man erwarten können sollte, dass auf ihn eingestochen wurde. Dem Polizisten fällt daraufhin nichts Besseres ein, als dem Mann Handfesseln anzulegen und „Das glaub‘ ich nicht, Kumpel.“ zu sagen.

Lassen Sie sich das ruhig mal eine Minute oder zwei auf der Zunge zergehen und um Hirn herumtanzen.

I don’t think so, mate.

Sie liegen auf dem Boden, nachdem jemand auf Sie eingestochen hat. Der Polizist, von dem Sie sich Hilfe und Rettung erhoffen, legt Ihnen erstmal Handschellen an, während der Mann, der Sie erstochen hat, in aller Seelenruhe einem anderen Beamten was von Rassismus erzählt. Statt Ihnen zu helfen, Ihnen medizinische Hilfe zu rufen und Erste Hilfe zu leisten, werden Sie behandelt wie ein Schwerverbrecher und Ihr Hinweis, dass auf Sie eingestochen wurde, wird mit einem lapidaren „Glaub‘ ich nicht, Kumpel.“ abgetan.

Nein, wirklich, werfen Sie die geschilderte Situation ruhig ein paar Mal in Ihrem Kopf hin und her und schauen Sie mal, wer so da ist und wie Sie sich so damit fühlen. Mit dem Wissen, dass das gar nicht mal so weit von uns passieren kann. Mit dem Wissen, dass auch wir ja Platz hatten und das schafften. Dass auch wir uns dessen rühmen, weltoffen und gastfreundlich zu sein. Dass auch bei uns Gewalt gegen indogene Bürger, verübt durch Migranten, die angeblich vor Tod und Verderben, Krieg und Gewalt geflüchtet sind, gar nicht mehr so selten ist, wie wir uns das wünschen würden.

Jetzt ist der Täter im Fall Nowak kein Flüchtling, sondern Angehöriger einer Gruppe, die man in England für durchaus höchst integriert hielt. Und auch hier wieder sehen wir, wohin es führt, wenn sich das Gastgeberland bis zur Selbstaufgabe an die Neuankömmlinge anpasst. Dass der Mann ein Ritualmesser bei sich trägt, wird für völlig normal gehalten und nicht weiter hinterfragt.

Die Willkommenskultur, deren Folgen wir dieser Tage sehr extrem im UK und auch in Frankreich zu sehen und spüren bekommen, wird auch in Deutschland irgendwann dieselben Früchte tragen. Viele davon sehen wir bereits heute auf Webseiten wie messerinzidenz.de, in den Nachrichten, auf Sozialen Medien wie Instagram, TikTok oder X. Noch ist die Deutsche Polizei nicht so sehr auf „Glaubt dem Täter, wenn er was von Rassismus erzählt und setzt das Opfer fest!“ getrimmt, wie es offenbar die Britischen Coppers mittlerweile sind. Noch.

I don’t think so, mate.

Der Satz lässt mich heute nicht mehr los. Will mir nicht aus dem Kopf gehen.

Das darf so nicht weitergehen. Der Gastgeber ist nicht derjenige, der sich anpassen muss. Und Gastfreundschaft ist auch nichts, dass erzwungenermaßen zu geben ist, sondern eine freie Entscheidung des Gastgebers. Daran sollten wir uns erinnern, bevor es irreversibel zu spät ist. Noch ist der Zustand reversibel, wenngleich es schon lange „zu spät“ ist. Noch.

I don’t think so, mate.

Der Satz geht ins Mark und vermutlich in die Geschichte ein. Das Tier Mensch sollte sich ein Beispiel an anderen Tieren nehmen. Nirgends im Tierreich ist es Usus, dass eine Spezies andere Spezies in ihrem Territorium duldet, es sei denn, es lohnt sich, Stichwort Symbiose. Wenn wir das auf die Spezies Mensch umbiegen wollen, müssen wir schlicht und ergreifend anerkennen, was bereits Helmut Schmidt seinerzeit so richtig und gelassen aussprach: Einwanderung aus völlig unterschiedlichen kulturellen Hintergründen kann nicht gut gehen, ist zum Scheitern verurteilt, macht Probleme.

Das Mindeste aber ist es, dass wir aufhören, auf Zehen und mit Samthandschuhen um migrantische Straftäter herumzutänzeln. Es muss uns egal sein, wie angeblich schlimm es um die Zustände im Herkunftsland eines Straftäters steht: wer zu uns kommt und Menschen absticht, verprügelt oder sonst wie verletzt und mit Gewalt begegnet, hat sein Recht auf unsere Gastfreundschaft verwirkt. Raus. Der Täter kommt aus einem Land, wo es ihm an den Kragen geht? Ist vor Gewalt und Tod und Krieg geflüchtet? Dann hätte er sich hier verdammt nochmal besser benommen und das, wovor er angeblich geflohen ist, in seinem Herkunftsland gelassen. Es ist mir an der Stelle auch einfach egal, ob das in seiner Kultur normal ist. Das ist dort. Hier ist hier. Und hier ist es nicht normal, andere Menschen abzustechen, wenn die sich nicht so verhalten, wie man das gerne hätte.

Es reicht.

I don’t think so, mate.

Nein. Es will mir nicht aus dem Kopf. Und in den Kopf schon gleich gar nicht.



Eine Antwort zu „I don’t think so, mate“

  1. […] Im Dezember 2025 ersticht ein für Gewalt und Bedrohung bereits bekannter 23-jähriger Sikh namens Vickrum Digwa den 18-jährigen polnisch-britischen Studenten Nowak. Der Fall zieht medial weite Kreise, nachdem es misslang, dessen Verbreitung auf X zu unterbinden. Im Verlauf der Verurteilung des 23-jährigen Täters kam der Fall in jüngster Zeit erneut zur Sprache und ich bloggte erst kürzlich darüber. […]

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